Web & Digital

Never ending Story: Lust und Frust mit der eigenen Webseite

Autor: Oliver Schwarz

Früher war die Welt des Webseiten-Entwicklers noch in Ordnung: Eine Kreation wurde in liebevoller Detailarbeit gefertigt und anschließend online gestellt. Änderungen waren anschließend, wenn sie überhaupt notwendig waren, bestenfalls noch minimaler Natur. Dies hat sich geändert: Vor allem durch Google wird der eigene Internetauftritt zu einer unendlichen Geschichte für die Seitenbetreiber.

Dies kann man beklagen, allerdings bietet dieser Umstand auch Chancen. Google zwingt die Webseiten-Betreiber zum Wohle ihrer Kunden und damit letztlich auch zum eigenen Besten immer mehr zu tun.

Bild: Fotolia © Digiclack
Bild: Fotolia © Digiclack

Die Google-Updates: Nichts ist so alt wie der Schnee von gestern

Im Jahr 2011 begann Google damit, die eigene Suchmaschine einer Revolution zu unterziehen. Seitdem sind englische Tiernamen fest in den Sprachgebrauch jedes Suchmaschinen-Experten eingeflossen. Google hat seine entsprechenden Updates auf Namen wie “Panda”, Hummingbird” oder “Penguin” getauft. Deren Inhalte im Detail wiederzugeben, könnte ganze Fachbücher füllen, darum hier nur die wichtigsten Kernpunkte: Insgesamt ist die Suchmaschine stetig intelligenter geworden. Sie kann nun bewerten, ob die Inhalte und Verlinkungen für die Suchanfrage nützlich, relevant und hilfreich sind oder nicht. Dies bedeutet:

  • Google erkennt, ob die Inhalte hochwertig sind oder nicht
  • Die Suchmaschine ist in der Lage, die Backlinkstruktur der Seite einzuschätzen
  • Google kann eine semantische Einschätzung treffen: Wie relevant ist die Seite im Vergleich zu anderen, ähnlich gelagerten?
  • Die Roboter der Suchmaschine überprüfen zudem die Aktualität: Wie häufig werden neue Inhalte geboten?
  • Google analysiert auch das Benutzerverhalten: Wie oft besuchen User die Seite und wie lange bleiben sie?

 

Google fragt zudem:

  • Wie hoch ist das Besucheraufkommen (Traffic) insgesamt?
  • Liefert die Webseite auch für konkrete Fragen, die möglicherweise per Spracheingabe gestellt werden, nützliche Antworten?

Um das Ganze für den Webseitenbetreiber noch etwas “spannender” zu machen, ändert Google von Zeit zu Zeit auch die eigenen Parameter. Dies gilt beispielsweise für die Backlinks. Waren früher solche Verweise mit einem besonders hohen PageRank generell gut, hat sich die Suchmaschine beispielsweise im Frühjahr 2016 dafür entschieden, einigen Seiten die Fähigkeit zur Weitergabe des PageRanks via Backlink zu entziehen. Betroffen waren beispielsweise Foren, in denen im großen Stil Links gepostet wurden. Was gestern galt, kann morgen schon bei Google ganz anders sein.

Seiten benötigen Design für Mobilgeräte

Ein klassisches Beispiel für einen Stimmungsumschwung bei Google ist das “Mobile Design”: Rund 30 Prozent aller Suchanfragen kommen mittlerweile über Mobilgeräte wie Smartphone und Tablet. Lange behielt Google trotzdem die Webseiten ganz oben in den Rankings, welche die besten Inhalte zu den Suchanfragen boten, auch wenn diese über kein mobiles Design verfügten. Dies hat sich geändert: Ohne Responsive Design für Mobilgeräte kann man nicht oben in den Ergebnislisten landen, wenn die Suchanfrage von Handy oder Tablet kommt.

Die Chancen von Googles Updatepolitik erkennen

Google zwingt dazu, dass die Webseiten-Optimierung zu einer “Never ending Story” wird. Allerdings bietet genau dieser Umstand auch zwei Chancen:

  1. Die Inhalte der eigenen Seite werden stetig besser. Viele der Updates waren ausgesprochen nervig für die Webseiten-Entwickler und -Betreiber. Grundsätzlich gilt jedoch, dass sie bislang alle Sinn machten. In Fragen der Benutzerfreundlichkeit und Kundenorientierung haben die Google-Updates Gutes bewirkt.
  2. Eigentlich müsste man ohnehin regelmäßig über die eigene Webseite gehen, um der Virengefahr vorzubeugen. Immer häufiger werden die Internet-Auftritte mit sehr günstigen Lösungen wie Joomla oder Typo3 erstellt. Diese sind anfällig für Malware-Attacken, insbesondere dann, wenn sie veraltet sind. Dies gilt vorsichtigen Schätzungen nach beispielsweise für 75 Prozent der WordPress- und sogar 90 Prozent der Joomla-Seiten. Als Webseiten-Betreiber steht man jedoch in der Pflicht, die eigenen Seiten so gut wie möglich abzusichern. Da man wegen Google ohnehin regelmäßig am eigenen Internetauftritt arbeiten muss, kann man derartige Pflichtaufgaben gleich miterledigen.

Google spielt fair

Zudem gilt, dass Google zwar viel verlangt. Doch die Suchmaschine spielt auch fair: Kostenlose Tools wie beispielsweise Google Analytics stehen bereit, um zu überprüfen, wie gut die eigene Webseite in unterschiedlichen Kategorien abschneidet. Die Webmaster Tools von Google gehören so in die Favoritenliste jedes Webseiten-Betreibers.

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