Konzept & Design

Wissenschaft Colormanagement: Den richtigen Ton treffen

Autor: Oliver Schwarz

Die richtigen Farben zu drucken ist eine ganz eigene Wissenschaft. Zu oft sieht das, was auf dem Flyer ankommt, vollständig anders aus als das, was auf dem Monitor erdacht wurde. Farbexperten verfügen zwar über Lösungen aber auch über eine ganz eigene Sprache, um jene zu erklären.

Um den richtigen Ton für die eigenen Drucksachen zu finden, muss man erst einmal die zugehörigen Vokabeln lernen. Was bedeuten Begriffe wie RGB, Colormanagement, Farbraum oder CMYK? Und was sind eigentlich Sonderfarben?

Bild: Fotolia © chlorophylle
Bild: Fotolia © chlorophylle

Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

Ein Farbraum bezeichnet, die Farben, die auf einem bestimmten Medium zu sehen sind. RGB bezeichnet beispielsweise den Farbraum, der für einen Computer-Monitor relevant ist. Es löst deshalb in der Regel ein verschmitztes Grinsen auf der Gegenseite aus, wenn man in Druckereien danach fragt, ob man etwas in RGB drucken kann. Der Name rührt von den drei Farben her, die für die weiteren Farbtöne gemischt werden: Rot, Grün und Blau.

Druckereien verwenden hingegen den Farbraum CMYK. Sie fügen eine vierte Farbe hinzu und mischen die weiteren Töne aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Die englischen Vokabeln werden für die Anfangsbuchstaben verwendet. Das “K” steht für “Key Color” (“Schlüsselfarbe”), bezeichnet aber das Schwarz. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass sich auch zahlreiche Sonderfarben auf diese Weise darstellen lassen und nicht extra erzeugt werden müssen. Doch dazu später mehr.

Wer sicherstellen möchte, dass seine Drucksachen optisch genauso wie am Bildschirm wirken, muss den Referenzwert des CMYK-Farbraums ermitteln, von dem, der im RBG verwendet worden ist. Dieser Vorgang nennt sich Colormanagement und ist die Königsdisziplin der Farbexperten. Schließlich muss nicht der Referenzwert berechnet werden: Jener muss anschließend auch von der Hardware möglichst exakt umgesetzt werden.

Aus diesem Grund werden sogenannte “Proofs” erstellt. Dies sind Testdrucke, die bei Normallicht vom jeweiligen Auftraggeber abgenommen werden sollten. Schließlich lässt sich nur auf diese Weise sicherstellen, dass der Druck tatsächlich die Farbtöne getroffen hat, die jener sich wünscht.

Sonderfarben: Manchmal muss der Spezialist helfen

Sonderfarben sind solche Farben, die nicht zur klassischen Farbpalette gehören. Gold und Silber sind hierfür Beispiele. Wie erwähnt, lassen sich viele Sonderfarben über den CMYK-Farbraum mischen, doch nicht in jedem Fall ist dies möglich. Insbesondere bei komplizierten Zwischentönen kann es zu Problemen kommen. In einem solchen Fall müssen Spezialisten helfen. So gibt es beispielsweise die HKS-Farbpalette, die 88 Sonderfarben enthält und in Deutschland entwickelt wurde. Die Buchstaben stehen für die Namen der zugehörigen Unternehmen Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger und H. Schmincke & Co. – sie vertreiben als Spezialisten die HKS-Farbpalette gemeinsam.

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